Unsere Geschichte

The American Way of Drive

Eigentlich ist es die Geschichte von unserem Goldie, aber genau genommen ist es damit auch unsere Geschichte, weil damit nämlich alles begann...

Als wir 2015 mit der ganzen Familie eine USA-Reise machten, war unsere erste Station auf unserer Tour Yucca Valley am Rand des Joshua Tree Nationalparks. Im Morgengrauen kamen wir dort an und wurden mit dem schönsten Sonnenaufgang unseres Lebens begrüßt. Natürlich wurden wir auch von unseren Freunden Olav, Mel und Nancy begrüßt. Die Kinder wurden noch mit einem kleinen Frühstück versorgt, dann fielen wir erstmal todmüde in die Betten. Am nächsten Tag so gegen Mittag wurden wir wieder wach und schauten uns ein bisschen um. Wir befanden uns ziemlich in der Wüste etwas außerhalb der Stadt, auf dem großen Grundstück gab es viel zu entdecken, Mel war offenbar ein Sachensammler. Als wir staunend in der heißen Wüstensonne die vielen Dinge besichtigten, die kreuz und quer herumlagen, da stand er plötzlich vor uns: ein alter Buick, ein amerikanischer Traum von einem Straßenkreuzer, golden und staubig.

 


Ich glaube, es war Liebe auf den ersten Blick und es hatte die ganze Familie erwischt.

 

Von Mel erfuhren wir, dass dies das Auto seiner Mutter war, die es 1967 neu gekauft hatte und damit hauptsächlich von San Diego nach Las Vegas gefahren war, da sie eine leidenschaftliche Zockerin war. 1995 war sie schließlich zu alt zum Autofahren und stellte das Goldmobil hier in die Wüste. Seit 20 Jahren also stand es nun schon da und würde wohl auch heute noch genau da stehen, wenn nicht die Wursters vorbeigekommen wären. Vier Wochen hatten wir Zeit nachzudenken und als wir am Ende unserer Reise noch einmal nach Yucca Valley kamen, hatten wir uns entschieden. Der Buick, der inzwischen von uns getauft worden war und jetzt auf den Namen Francis Geoff hörte, sollte zu uns nach Deutschland kommen. Mel war einverstanden und verkaufte uns den Wagen zu einem günstigen Preis und so wurde sein Schicksal besiegelt. Schluss mit dem öden Wüstendasein, ab jetzt würde es kühler und nasser werden. Wie nass durfte Francis Geoff ein Jahr später gleich bei seiner Ankunft in Magstadt erfahren. Als der Sattelschlepper in unser Sträßchen einbog, schüttete es wie aus Eimern, wir waren trotz Regenschirmen alle bis auf die Haut nass, aber glücklich. Endlich war er da!

 


 

Jetzt begann eine lange, anstrengende und nervenaufreibende Zeit. Es gab so viel zu machen, Peter und Felix verbrachten fast jede freie Minute in der Garage und der Postbote fand bald schon mit geschlossenen Augen den Weg zu uns. Die Ersatzteilpakete stapelten sich im Hausflur und die nicht schraubenden Familienmitglieder wunderten sich, wieviele neue Teile in einem einzigen Auto verbaut werden können. Es war nicht immer einfach und zeitweise wünschten wir, wir hätten es nicht getan, aber nach zwei Jahren harter Arbeit, literweise geflossenem Schweiß, blutigen Fingern und vielen freundlichen Menschen, die geholfen haben ist aus dem staubigen Wüstenmobil ein goldenes Schmuckstück geworden.